Tagungsbericht von der DHd 2016 in Leipzig

Von Digitale Akademie am 11.03.2016 | Tags: Tagungsberichte

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Mit vielseitigem Programm und reger Teilnahme von Vertreter-innen aus den Forschungsvorhaben der Mainzer Akademie sowie dem Team der Digitalen Akademie startete die 3. Tagung des Verbands "Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e. V." (DHd) an der Universität Leipzig. Die Tage vom 07.03.2016 bis zum 12.03.2016 standen ganz unter dem Thema "Modellierung - Vernetzung – Visualisierung: Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma".

Am Montag (07.03.) informierte Ute Recker-Hamm, Mitarbeiterin im Akademievorhaben Mittelhochdeutsches Wörterbuch zusammen mit Matthias Schneider (Universität Trier) im Tagungsworkshop "Crossmediales Publizieren mit TUSTEP" über die vielfältigen Möglichkeiten des bekannten und leistungsstarken Tübinger Systems von Textverarbeitungsprogrammen (TUSTEP).

Am Dienstag (08.03) richteten Andreas Kuczera und Torsten Schrade, beide Mitarbeiter der Digitalen Akademie, zusammen mit Thomas Kollatz, Mitarbeiter des Salomon Ludwig Steinheim Instituts für deutsch-jüdische Geschichte den gut frequentierten und ganz unter dem Motto der Tagung stehenden Workshop "Visualisierungsmethoden und -instrumente für historische Quellenkorpora" aus. Die Akademie und das Steinheim Institut widmen sich im Kontext ihrer gemeinsamen Tätigkeiten für die DARIAH-DE Forschungsinfrastruktur in den kommenden Jahren verstärkt dieser Thematik und führten die interessierten Teilnehmer-innen in eine große Bandbreite unterschiedlicher Visualisierungsmethoden und -instrumente für geisteswissenschaftliche Daten ein. Beispieldaten, Tools und Visualisierungen finden sich auf der eigens für den Workshop eingerichteten Website unter http://dhd2016.digitale-akademie.de/workshop/.

Die großen Potentiale des Semantic Web für die Geisteswissenschaften demonstrierte Torsten Schrade am Mittwoch (08.03.) in einem gut besuchten Vortrag zum Thema "Geisteswissenschaftliche Fachdatenrepositorien im Semantic Web. Modellierung, Vernetzung, Visualisierung". Hierbei wurde neben grundsätzlichen Fragen der semantischen Modellierung geisteswissenschaftlicher Fachdaten insbesondere der von Schrade entwickelte XTriples Webservice zur musterbasierten Extraktion semantischer Aussagen aus TEI/XML-Repositorien vorgestellt. Die Vortragsfolien stehen unter http://dhd2016.digitale-akademie.de/presentation/ zum Nachschlagen und Ausprobieren bereit.

Am Nachmittag des gleichen Tages war die Akademie mit zwei Postern an der tagungsübergreifenden Posterausstellung beteiligt. Andreas Wagner, Mitarbeiter im Vorhaben Die Schule von Salamanca zeigte mit dem Poster "Die Schule von Salamanca. Ansätze für vernetzte und visualisierbare Daten" die großen Vorteile und vielgestaltigen Möglichkeiten einer Einbeziehung von Semantic Web-Technologien für die beeindruckende Digitale Editionsplattform des Projektes.

Die Visualisierung, Analyse und Erzeugung neuer Sichtweisen auf existierende geisteswissenschaftliche Daten mittels Netzwerken und Graphen hatte das Poster von Andreas Kuczera mit dem Titel "Graphdatenbanken für Historiker mit Perspektiven für die Historische Semantik" zum Thema. An den zahlreichen Besuchern und dem großen Interesse für das Poster ließ sich klar erkennen, dass Graphentheorie und Graphdatenbanken zunehmend zu einer bedeutsamen Methode und Technologie für die Digital Humanities werden.

Torsten Roeder, Mitarbeiter im Vorhaben Richard Wagner Schriften (RWS) trug als Chorleiter des erstmals zusammen gekommenen DHd-Chors zu einem musikalischen Höhepunkt am Mittwochabend bei. Leider musste sein für Donnerstag (08.03.) geplanter Vortrag "Sonification: Vermittlungsansätze zwischen Information und Klang" krankheitsbedingt ausfallen. Die Grundlagen lassen sich jedoch online in der Sammlung der Konferenzabstracts nachlesen.

Die fünf Tage der DHd 2016 haben in jeder Hinsicht äußerst spannende und inspirierende Einblicke in aktuelle Forschungsfragen, Methoden, Tools und Projekte vermittelt. Es zeigte sich eindrucksvoll, wie kreativ, breit gefächert, leistungsstark und aktiv das Feld der Digital Humanities Forschenden im deutschsprachigen Raum inzwischen geworden ist. Die nächste DHd Tagung wird 2017 in Bern zum übergeordneten Stichwort "Nachhaltigkeit" stattfinden. Ein sehr relevantes Thema, zu dem gerade die Digital Humanities Forschung in den Akademien zahlreiche Erfahrungen und Methodenansätze beitragen kann.

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